Anzeige bei Kindesmisshandlung

Jede Person, die eine Gefährdung des Kindeswohls wahrnimmt, insbesondere Amtspersonen und diejenigen Personen, die beruflich mit der Betreuung oder der medizinischen oder psychologischen Behandlung von Kindern zu tun haben und im Rahmen ihrer Tätigkeit eine Gefährdung des Kindeswohls wahrnehmen, ist verpflichtet, der zuständigen kantonalen Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Anzeige zu erstatten.


Die Gefährdungsmeldung

Eine Gefährdung des Kindeswohls liegt vor, sobald die ernste Möglichkeit einer Beeinträchtigung des körperlichen, sittlichen oder geistigen Wohls des Kindes vorauszusehen ist. Stellt eine Person eine solche Beeinträchtigung anhand verschiedener Indizien fest, ist sie verpflichtet, eine Gefährdungsmeldung (Anzeige) an die Vormundschaftsbehörde zu machen.

 

Anzeigepflicht

Eine Gefährdungsmeldung sollte die folgenden Punkte beinhalten:

• Personalien des Kindes und der Eltern

• Kurze, sachliche Darstellung aller festgestellten Tatsachen mit einer Zeit- und Ortsangabe, Gründe und Fakten, weshalb die Gefährdungsmeldung erfolgt.

• Zu vermeiden sind emotionale, moralisierende oder sentimentale Betrachtungen.

• Präzise Nennung von bereits erfolgten Interventionen

• Bereits geführte Gespräche erläutern:

Wann wurde mit wem und mit welchem Ergebnis gesprochen? (Schulleitung, Fachstellen, Schulsozialarbeit, usw.) Die Vormundschaftsbehörde ist nach Erhalt einer solchen Gefährdungsmeldung verpflichtet, die Gefährdung des Kindes abzuklären und allenfalls Kindesschutzmassnahmen anzuordnen. Der Kindesschutz in der Schweiz kann grundsätzlich in den freiwilligen, zivilrechtlichen und strafrechtlichen Kindesschutz unterteilt werden.